Liebe VfB-Familie,

ein ziemlich verkorkstes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Für die meisten Menschen ein Jahr voller Bangen und Hoffen. Ob hinsichtlich der Gesundheit, der Finanzen oder der Freizeitgestaltung – Corona hat uns seit dem Frühjahr fest im Griff. Daran wird sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern.

Verzichten können lautet Jahr für Jahr die Botschaft, wenn die Adventszeit beginnt. Verzichten müssen heißt es in diesem Jahr leider schon seit einer gefühlten Ewigkeit.

Das haben auch wir im VfB Hüls schmerzlich erfahren müssen. Lange Pausen bei Treffen mit den Sportkameraden und -kameradinnen, kaum sportliche Wettkämpfe – das Vereinsleben 2020 war alles andere als lebhaft.

Wann es wieder halbwegs aufleben kann, steht in den Sternen. Besser: in der Medizin und in unserem Verhalten. Impfstoffe sind vorhanden, doch bis die Virus-Gefahr wirklich beendet ist und wir unsere privaten und sportlichen Kontakte wieder ausleben dürfen, wird uns niemand sagen können.

Angesichts des extrem schwierigen Jahres danken wir euch ganz besonders. Für eure Treue, für eure Ideen, für euren Einsatz, für eure Zuverlässigkeit, für eure Solidarität – ihr habt die große Krise ein bisschen kleiner aussehen lassen.

Wir hoffen, dass wir Weihnachten 2021 wieder so feiern dürfen, wie wir es uns alle vorstellen.

Für die nächsten Wochen wünschen wir euch einen besinnlichen Advent, frohe Weihnachten und einen sicheren Rutsch ins neue Jahr.

Präsident Dieter Peters und Geschäftsführer Hakan Simsir

Auch wenn Corona das Jahr mächtig getrübt hat, auch wenn Evonik seine Spenden gekürzt hat – der VfB Hüls ist finanziell gesund. „Alle Abteilungen sind im schwarzen Bereich“, freute sich Friedhelm Zachau bei seinem letzten Amtsantritt als Hauptgeschäftsführer. „Ich ziehe den Hut vor allen Verantwortlichen, die hervorragend gewirtschaftet haben.“

Es blieb nicht bei der einen positiven Botschaft. Der Verein wird im nächsten Frühjahr sein 546.000 Euro teures blaues Wunder erleben, wenn der neue Hockeyplatz eingeweiht wird. „Wir haben endlich alles in trockenen Tüchern und können jetzt sofort loslegen“, atmete Zachau auch auf der Delegiertenversammlung noch einmal tief durch.

Modern und zukunftsorientiert präsentiert sich der Verein auch durch eine neu geschaffene Position: Dr. Petra Kläsener wird als Frauenbeauftragte (bis zur Satzungsänderung kommissarisch) für frischen Wind sorgen. Die Juristin und Vorsitzende des Vereins „Frauen helfen Frauen“ freut sich auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe und das Zusammenspiel mit den Abteilungen.

Der große Traum wird Wirklichkeit – weitere große Pläne aber liegen bereits auf dem Tisch: „Wir möchten, dass jedes Kind in Marl während seiner Kindergarten- beziehungsweise Schulzeit wenigstens einmal einen Hockeyschläger in der Hand hat“, verriet Vorsitzender Carsten Plänker, dessen Mannschaften bei den Jungen und Mädchen einen leichten Rückgang verzeichnet haben.

„Darüber hinaus haben wir einen Club der 100 ins Leben gerufen, bei dem jedes Mitglied 100 Euro spendet.“ Das Ziel ist schon nach kurzer Zeit mehr als zur Hälfte erreicht. Passt gut, denn die Hockeyer steuern einen fünfstelligen Betrag zur Finanzierung der Platzrenovierung bei.

Die Kraftsportler melden hingegen wie die Boxer steigende Zahlen – vor allem bei den jungen Sportlern, die regelmäßig zum Training kommen. Inzwischen besitzen zwölf Athletinnen und Athleten eine Startlizenz, die im Vorjahr zahlreiche Erfolge feiern durften, unter anderem drei Deutsche Meisterschaften und 14 Landesmeister-Titel.

Stolz durften auch Peter Niski und seine Truppe sein: Gleich bei zwei Turnieren wurden die VfB-Ringstarter unter anderem als beste und disziplinierteste Boxer ausgezeichnet.

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Neue Probleme und ein neuer Name: Die ehemalige Gymnastik-Abteilung, die nun unter Fitness und Gesundheit ihren Breitensport im VfB betreibt, erlebt durch Corona zwar keinen Mitglieder-, aber einen Aktiven-Schwund. Die Zuversicht, dass sich das bald wieder ändert, ist jedoch groß.

Motivationsprobleme kennen auch die Ruderer. Die Mitgliedszahlen stimmen zwar auch hier weiterhin, doch die gierigen jungen Leistungssportler gehen den Boot-Spezialisten aus. Zudem wartet der Vorstand noch auf den neuen Zweier sowie einmal mehr auf den Nachwuchs für das oberste Abteilungsgremium.

Durch ihre Jugendlichen haben hingegen die Fußballer gleich mehrere Pfunde, mit denen sie wuchern können. Nicht nur, dass entgegen aller Erwartungen sämtliche Mannschaften qualitativ und quantitativ top besetzt sind – erstmals schafften gleich fünf A-Junioren den Sprung ins Bezirksliga-Team. „Auch wenn die Ergebnisse noch nicht so sind wie erhofft – es passt wunderbar, und unsere Jugendarbeit trägt richtig Früchte“, freute sich Hakan Simsir.

Damit nicht genug: Inzwischen kickt wieder ein zweites Team für den VfB. Hinzu kommen eine Juniorinnen (Foto)- und eine Damenmannschaft.

„Das ist eine ganz tolle Sache“, meinte der Vorsitzende. „Auch wenn die Frauen noch keine Meisterschaftsspiele absolvieren, weil der Kader noch zu klein ist – sie legen bei allem Spaß an der runden Sache einen unheimlichen Ehrgeiz an den Tag. Das sehen wir nicht nur bei den Freundschaftsspielen, sondern auch beim Training.“

Keine Überraschungen gab es bei den Wahlen. Der neue VfB-Vorstand setzt sich zusammen aus Präsident Dieter Peters, seinen Stellvertretern Klaus Bien und Michael Hoffmann (für Friedel Wilkat), Hauptgeschäftsführer Hakan Simsir (für Friedhelm Zachau), Stellvertreter (Rainer Schwarma, neu), Kassenwart Udo Gusialowski sowie Schriftführerin und Sozialwartin Martina Volmer.

Die Presse übernimmt weiterhin Volker Hilbt. Neu dabei ist die Frauenbeauftragte Dr. Petra Kläsener.

„Es war mir eine Ehre!“ Friedhelm Zachau, der sein Amt als Hauptgeschäftsführer des VfB Hüls an Hakan Simsir weitergab und für 60 Jahre Treue geehrt wurde, ging mit stehenden Ovationen. Die Delegierten würdigten sein Engagement mit lang anhaltendem Beifall.

Wobei gehen? Niemals geht man so ganz: Er wird seinem Nachfolger in den nächsten Monaten mit Rat und Tat zur Seite stehen, das „Leuchtturmprojekt Hockeyplatz“ bis zum Ende weiterhin verantwortlich betreuen und vielleicht schon bald als neues Beiratsmitglied seine Ideen einbringen.

„Er ist stets engagiert, kritisch und einfach besonders“, lobte der wiedergewählte Präsident Dieter Peters seinen Mitstreiter. „Er lebt unseren VfB.“

„Und er stärkt uns immer den Rücken“, ergänzte Simsir, der aufgrund seiner neuen ehrenamtlichen Tätigkeit sobald wie möglich seinen Vorsitz bei den Fußballern abgeben wird. Aufgrund von Corona haben die VfB-Kicker ihre Jahreshauptversammlung auf 2021 verschieben müssen.

Zachau (Foto) spielt damit den Ball quasi ab: Er ist Fußballer durch und durch und tritt nach wie vor regelmäßig gegen das runde Leder. Sein letztes (Bezirksklassen-)Spiel bestritt er übrigens am 19. Oktober 1975, als der VfL Drewer mit 3:1 geschlagen wurde.

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Als Jugendleiter  stellte er den Nachwuchsbereich schnell auf feste Beine, 2000 wurde er für vier Jahre erstmals Hauptgeschäftsführer. 2014 übernahm er den verantwortungsvollen Posten erneut.

„Ich hatte schon als Jugendlicher eine fantastische Zeit im Verein“, erinnerte sich der Jubilar. „Meine Zeit im Ehrenamt sehe ich schlicht als Dankeschön. Und ich hoffe, dass auch andere Nachwuchssportler auf den Gedanken kommen, dem VfB, auf den wir sehr stolz sein dürfen, etwas zurückzugeben.“

Es passte wie der Ball ins Dreieck, dass Friedhelm Zachau seinen Gutschein für ein Essen zu zweit – verbunden mit einem Blumenstrauß – an Martina Volmer weiterreichte, die in der Geschäftsstelle seit Jahr und Tag dafür sorgt, dass der Laden reibungslos läuft.

60 Jahre VfB – die hat auch Friedel Wilkat (Foto) auf dem Buckel. Oder besser: in den Fäusten. Er war Mittelgewichtler, Trainer und 15 Jahre lang Vorsitzender bei den Boxern – und in den letzten sechs Jahren Vizepräsident des Vereins. „Das war‘s jetzt“, meinte Wilkat, der bei seinem Abschied ebenso frenetisch gefeiert wurde.

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Einen goldenen Abend erlebten die Ruderer, bei denen ein Vierer zu den Nadeln steuerte – auch wenn mit Uwe Grabisch und Klaus Link zwei „50-Jährige“ fehlten. Ehrenmitglied Prof. Klaus Schneemann (zehn Jahre lang Vorsitzender der Abteilung, VfB-Präsident von 1986 bis ´98) und Ulrich Albers aber ließen sich vor Ort anstecken.

Silber gab’s schließlich auch noch: Hockey-Urgestein Gunther Deinl, der als Teammanager der deutschen M40-Nationalmannschaft in Hongkong zur Weltmeisterschaft verhalf, erhielt Nadel und Urkunde für besondere Verdienste. Inzwischen gibt er seine Erfahrungen nicht nur an den Hockey-Nachwuchs des VfB weiter, sondern auch an die Ruderer.

Genadelt: Prof. Klaus Schneemann, Ulrich Albers, Gunther Deinl, Friedel Wilkat und Friedhelm Zachau wurden im Rahmen der Delegiertenversammlung durch Präsident Dieter Peters (Foto oben, von links) geehrt. Foto: Jochen Sänger/MZ

Alles im Eimer: Evonik Industries hat den werkverbundenen Vereinen unkonventionell 750 Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, nachdem Betriebsrat Karl Heinz Völkel die Werkleitung des Chemieparks Marl über den Bedarf informiert hatte.

Dr. Udo Schiemann, Umwelt/Sicherheit/Gesundheit/Qualität im Bereich Standortleitung, übergab das Hilfsmittel im Kampf gegen Corona im Fußballstadion des Evonik-Sportparks. Die Präsidenten des VfB und des VfL Hüls, Dieter Peters und Jürgen Brüns, hoben den Zusammenhalt der werkverbundenen Vereine hervor und bedankten sich im Namen aller Vertreterinnen und Vertreter.