VfB-Kraftsportler gewinnt auch beim Essener NRW-Powerlifting-Cup – und das zweimal

Dieses Jahr wird Jörg Kasparek so schnell nicht vergessen: Deutscher Meister im Kreuzheben, der nationale Titel sogar im Kraftdreikampf und jetzt auch zwei Erfolge im prestigeträchtigen Trio-Wettbewerb (Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben), dem NRW-Powerlifting-Cup in Essen: Der Kraftsportler des VfB Hüls siegte nicht nur in der AK II bis 93 KiIogramm, sondern wurde für den Relativsieg in der gesamten Altersklasse besonders ausgezeichnet.

Super Resultate, obwohl der 50-Jährige 2018 (freiwillig wie unfreiwillig) zwei bedeutende Veränderungen hinter sich hat: Er musste aufgrund seines runden Geburtstages in diesem Jahr in der AK II und durfte durch den Verlust von zehn Kilos in der Gewichtsklasse bis 93 kg antreten.

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Mit den Kilos schwanden zwar zunächst auch ein paar Muskeln, aber schon in Essen kehrten die alten Hebe-Zeugnisse zurück. „In Summe 15 Kilos mehr als in Greifswald bei den Deutschen“, strahlte Jörg Kasparek. „Auch ein Ergebnis der optimalen Vorbereitung.“

580 Kilo standen am Ende auf dem Konto des kräftigen VfB-Vorzeigesportlers. „Bei jeder Disziplin haben wir nur drei Versuche“, erklärt Kasparek. „Die besten Ergebnisse werden addiert.“

Als Erstes wurde der Titelsammler gewogen und für gut befunden. Bei der ersten Disziplin, Kniebeugen, steigerte er sich von 180 über 190 auf 195kg. Beim Bankdrücken meisterte er 135 und 145 kg gültig – der Versuch über 150 Kilogramm wurde ungültig. „Leider“, bedauert Kasparek. Im Kreuzheben waren dann wieder alle Versuche okay – hier standen schließlich nach 210 und 230 240 Kilogramm zu Buche.

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Auch wenn für Jörg Kasparek die Saison 2018 beendet ist – Stillstand ist nicht. Als Trainer (der VfB-Sportler ist zudem Kassierer) bereitet er zurzeit mit Nicolai Rakowski einen neuen Athleten für den Dortmund-Cup für Ende Januar vor – ein reiner Bankdrückwettbewerb. „Es ist immer wieder eine Freude und ein tolles Erlebnis, anderen Sportlern helfen zu dürfen, besser zu werden.“

Relativsieger

Das bewegte Gewicht durch den Athleten wird durch eine mathematische Formel (der Wilks-Tabelle – hat tatsächlich ein Mathematiker entwickelt –, die im Regelwerk des Verbandes verbindlich gilt) in Relation zu seinem eigenen Körpergewicht ausgewertet. So entstehen jeweils für die Versuche in den einzelnen Disziplinen Punkte. Diese werden – für jede Gewichts- und Altersklasse – addiert. So kann ein Athlet den Relativsieg holen, obwohl er faktisch weniger bewegt hat als die Konkurrenz. Absolut gewinnt natürlich der stärkste Athlet in seiner Gewichts- und Altersklasse.

Mit Ausrüstung oder ohne

Durch die nationalen und internationalen Verbände gibt es Listen mit möglichen Ausstattungen des Powerliftings, damit die Wettbewerbe deutschland- und weltweit standardisiert genormt und vergleichbar sind. In diesem Rahmen bewegen sich die Athleten. Jörg Kasparek startet RAW. Seine Ausrüstung hat also der Regel nach keine unterstützende Wirkung. Zum Vergleich: Ein normaler Golf hätte gegen ein Fahrzeug aus der DTM-Serie auf dem Nürburgring keine Chance und würde folglich in einer eigenen Klasse starten.Deshalb werden noch einmal alle Starter eines Wettkampfes in ihren Kategorien in RAW (ohne) und Equipped (mit unterstützender Ausrüstung) unterteilt.