Das 1:1 (1:0) bei der SG Borken war nicht das Wunschergebnis für den Landesligisten VfB Hüls. Doppelt ärgerlich: Durch den Sieg über Eintracht Ahaus zog der SV Dorsten Hardt an den Hülsern vorbei, die damit den zweiten von drei Abstiegsplätzen belegen. Hinter ihnen ist nur noch Schlusslicht SG Bockum-Hövel.

Im Falle eines VfB-Sieges wäre auch die SG Borken sofort mit in den Abstiegskampf gezogen worden. Doch ohne Turgut und Solak fehlte Trainer Schlebach die Schaltzentrale im Mittelfeld. So begann Marvin Wloch hinter den Spitzen, Vangjel Frasheri spielte auf der 6er-Position. 

Zwar mussten die Gäste in der ersten Hälfte gegen den Wind spielen und waren so zunächst prinzipiell im Nachteil (der Wind blies auch in der Netgo-Arena derart stark, sodass eins der Tore umfiel und eine Spielunterbrechung verursachte). Aber die Hülser kamen gut zurecht mit ihrer Taktik, zunächst hinten für Sicherheit zu sorgen. „In der ersten Hälfte haben wir nur eine Chance zugelassen“, sagte VfB-Coach Christoph Schlebach. Borken sorgte zwar bei den windigen Standardsituationen für Wirbel, aber das von Yasin Muslubas gehütete Tor geriet dabei nicht ernsthaft in Gefahr.

Vorne brachte zwar nicht wie beabsichtigt ein Konter den Erfolg, aber in die Pause ging der VfB dennoch mit einer Führung. Ein Freistoß wurde abgewehrt, Marvin Wloch kam auf der linken Angriffsseite an den Ball und leitete ihn mit der Hacke an Sebastian Hagemeister weiter. Der wiederum brachte das Leder flach herein, und am langen Pfosten verwandelte Mirko Grieß zum 1:0 (29.). Natürlich wurden so die Erwartungen genährt: Mit einer Führung und dem Wind im Rücken - das sah für die zweiten 45 Minuten nach guten Erfolgschancen aus.

Aber die wurden nicht genutzt, denn die Gäste gerieten nach dem Seitenwechsel richtig unter Druck. „Wir haben überhaupt nicht mehr für Entlastung gesorgt und nur noch lange Bälle nach vorne geschlagen“, sagte Schlebach enttäuscht. „Wir haben zu wenig aus der Konstellation gemacht.“

Dabei blieb die schwache Leistung noch recht lange ohne Konsequenzen. Erst in der 80. Minute erzielte Alexander Robers den verdienten Ausgleich, bei dem die Hülser kräftig mithalfen. Sie schliefen, als Borken einen Freistoß 30 Meter vor dem Tor schnell ausführte, der Torschütze auf der linken Hülser Abwehrseite ganz alleine stand und auf  Muslubas zulief. „Drei Mann standen da sogar noch mit dem Rücken zum Ball“, sagte Christoph Schlebach verärgert. Nach dem Ausgleich hatte seine Mannschaft Glück, wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen.

Durch das Unentschieden in Borken und den Sieg des SV Dorsten-Hardt rutscht der VfB auf Rang 15 ab.  Da der SuS Stadtlohn verlor und Schlusslicht Bockum-Hövel gewann (in Senden), rückt die Abstiegszone sehr eng zusammen. Somit sind es für den VfB zwei Punkte Abstand auf das rettende Ufer. Nächsten Sonntag kommt es  zum Abstiegsderby - der SV Dorsten-Hardt gastiert dann am Badeweiher.